//DIE DREI FÄDEN DIE DAS NETZ DER MATERIELLEN WELT WEBEN//

 

Hast du dich schon mal gefragt, was dich bewegt? Welche Kräfte dein Leben beeinflussen?

In der Bhagavad Gita - einer essenziellen Schrift aus der vedischen Philosphie erklärt Krishna, was diese Grundeigenschaften sind und wie sie unser Leben bestimmen.

 

Es gibt drei Fäden - die drei Gunas (Triguna), die alles zusammenhalten in der materiellen Welt. Ursprünglich heisst Guna Schnur/Faden. Später wird es mit Eigenschaft oder Qualität übersetzt.  

 

Im Sanskrit nennt man diese materielle Welt

Prakriti - Urmaterie.

 

 

 

Ich möchte hier dir einen kleinen Einblick in die  Sichtweise der Samkhya Philosophie geben, aus welcher das System der Gunas hervorgeht. In der Bhagavad Gita geht Krishna im 17. und 18. Kapitel tiefer darauf ein und widmet dem Thema mehrere Verse. 

 

Diese drei Gunas - Triguna, unterteilt man in Sattva, Rajas und Tamas. 

 

Sattva hat die Eigenschaft der Klarheit, Gelassenheit, Reinheit und Stille. 

Sattva hat die Farbe weiss, ist im Geschmack süss und in der Temperatur ist Sattva warm

 

Rajas hat die Qualität des Feuers. Ist geprägt von Leidenschaft, Schnelligkeit, ist in Bewegung und kann auch impulsiv und gewaltvoll sein.

Rajas Farbe ist rot, der Geschmack ist scharf, sehr salzig und die Temperatur ist heiss

 

Tamas ist geprägt von Trägheit bis Unbewegichkeit, ist klebrig und schwermütig. 

Die Farbe von Tamas ist schwarz, der Geschmack fad bis verdorben. Seine Energie ist lethargisch und passiv. Die Temperatur ist kalt. 

 

"Your vibe attracts your tribe"

 

Diese Gunas, sind meist nicht alleine zu betrachten und vermischen sich fortwährend. 

Oft ist aber ein Guna vorherrschend und dominiert die Anderen. 

Essen, Musik, Lebensstil, Kleidung ( zb. Pelz (Tamas) oder aufreizende Kleidung (Rajas) etc.)

alles ist geprägt von den Gunas und fördern einander in den verschiedenen Lebensbereichen.

Zum Beispiel gibt es "sattvische" Nahrung - solche Nahrung die unser Körper und Geist klar und gesund hält. Frische Nahrung, wie frisches Gemüse, Früchte, Nüsse, Getreide und Samen, welches unter guten Bedingungen angepflanzt wurde. 

Zur "rajasigen" Nahrung gehört alles was im Geschmack sehr stark ist. 

Also alles was sehr salzig, scharf und sehr intensiv gewürzt ist. Diese Nahrung fördert einen unruhigen Geist, macht uns impulsiv und "leiden"schaftlich. Kann aber auch zu Träges in Bewegung bringen. 

Tamasische Nahrung macht unseren Geist träge, dumpf und lethargisch. 

Verdorbene Nahrung, Alkohol und  Fleisch (Verwesung und Tot), aber auch stark verarbeitete Fertignahrung, welche keine "Lebensenergie" mehr enthält gehört zum Guna Tamas. 

 

Mir ist aufgefallen, dass wenn ein Guna vorherrschend ist, es alle anderen Lebensbereiche beeinflusst und gewisse Tätigkeiten oder Gewohnheiten fördert. So essen wir zum Beispiel viel Fleisch, haben wir auch mehr Lust auf Alkohol oder stark verarbeitete Lebensmittel. Alkohol und Nikotin ziehen einander auch an. Natürlich kann man auch Fleisch essen ohne Alkohol zu trinken und umgekehrt. Aber jede Handlung begünstigt Handlungen die darauf folgen. Haben wir einen Abend, der eher dem Tamas Guna gewidmet war, so fühlen wir uns eher dumpf und träge am nächsten Tag. 

 

Natürlich ist das Gleiche Phänomen auch bei den anderen Gunas zu beobachten.

Viel "rajasiges", fördert auch einen "rajasigen" Alltag. Koffein macht uns eher schnell und hastig. Der Geist ist tendenziell eher gestressst und nicht klar und ruhig. Auch Zwiebeln und Knoblauch fördern das Raja Guna. Es kann sein, dass man eher aufbrausend wird und sehr emotional.

Bei Musik ist das Gleiche zu beobachten. Also sehr temperamentvolle Musik, wie zum Beispiel die feurigen Klängen von Südamerika fördern unser Raja Guna. Auch bei den anderen Gunas gibt es Musik, welche diese Energie fördert.

Fördern wir in unserem Leben mehr das Sattva Guna, so ziehen wir auch mehr Sattvisches an. 

Ernähren wir uns mit reiner und guter Nahrung, so wird auch unser Geist klarer und ruhiger. Was einen grossen Einfluss auf unser tägliches Leben haben wird. 

 

Spannend ist es auch zu beobachten, welche Nahrung in welchen Ländern gerne gegessen werden und was sie mit dem Temperament des Volkes macht. Natürlich kann man nicht ein ganzes Land oder Gegend in einen Topf werfen, das ist mir schon klar. Aber gewisse Zusammenhänge kann man gut feststellen. 

 

Bei den Gunas geht es auch nicht nur um die Nahrung, sondern um Alles was uns bewegt. 

Je mehr wir ein Guna "füttern" so wird es auch stärker. Wir ziehen Menschen und Situationen in unserem Leben an, die unserer "Energie" entsprechen. Vielleicht gehen auch Menschen aus deinem Leben, je nach dem in welches Guna es dich zieht.

 

"Der Wolf im Schafpelz"

 

Versteckte Gunas gibt es auch. In der spirituellen "Szene" ist das leider des öfteren zu beobachten. 

In weiss oder spirituell gekleidet, nur "sattwische" Ernährung und ein "reiner" Lebensstil, aber im Inneren ist ein anderes Guna sein Wesen am treiben. Wenn dieser Lebensstil nur gewählt ist, um Anerkennung zu bekommen, das Ego zu stärken und einen gewissen Status zu erlangen, ist  nicht Sattva das bei dieser Person vorherrschend. Obwohl es nach Aussen so wirken kann, Raja hat diese Person im Griff.

Raja möchte Anerkennung, Ruhm und Macht.

Auch umgekehrt gibt es Leute, die vielleicht eher einen "tamasischen" Lebenstil leben, aber im Herzen nur reine Absichten haben. Welche aber von Unwissenheit und Gewohnheiten überdeckt werden. 

 

Ich finde es sehr spannend dieses Spiel der Gunas in meinem Leben zu beobachten. Auch du kannst dich fragen, "welches Guna fördere ich in meinem Leben"? "Wie lasse ich mich beinflussen von Mitmenschen oder Werbung?"

 

Mit einer gewissen Losgelöstheit, kann ich dann sagen: "Dieses Guna spielt gerade sein Spiel mit mir." 

Es ist ratsam "Sattva" in seinem Leben immer mehr zu fördern, aber auch da sich nicht zu verstricken und angehaftet zu sein. Schliesslich weben sie ja nur die materielle Welt. 

Nach meinem Ansehen gibt es noch mehr. 

 

Wer sich da noch mehr vertiefen möchte, rate ich die Bhagavad Gita zu lesen.